Aus der hausinternen Bewerbung im Juni ist nichts geworden. In dem Arbeitsbereich saß noch eine Halbtagskraft, die sich dazu entschied, ganztags zu arbeiten. Den Jobzuschlag bekam natürlich die Dame, weil sie eingearbeitet ist. Eine weitere hausinterne Bewerbung habe ich nach langem Überlegen nicht abgegeben. Würde man sich für mich entscheiden, säße ich eine Etage tiefer, aber immer noch in der Verwaltung. Meine Vorgesetzte würde versuchen und (wenn ich Pech hätte) auch durchsetzen, weiterhin “Zugriff” auf mich haben – die unverschämte Art meiner Vorgesetzten kenne ich mittlerweile nur zu gut. Allerdings würde ich einen scheißdreck tun, ihre Suppen auszulöffeln, die sie sich selbst eingebrockt hat. Diese Klarstellung würde jedoch sehr viel Ärger und Stress bedeuten. Darauf habe ich keine Lust mehr. Eine gebäuderäumliche Trennung wäre besser für mich.
Gestern stand ein interessantes Stellenangebot in der Zeitung und irgendwas drang an die Oberfläche, nämlich meine Kündigungsfrist. Schnell noch einmal nachgeschaut und die Krise wurde noch größer:
Kündigungsfristen nach TV-L der Länder §§ 30 bis 35
befristete Verträge von insgesamt mehr als zwei Jahren Beschäftigungszeit: 3 Monate zum Quartalsende
jedoch gilt für unbefristete Verträge:
von mehr als einem Jahr Beschäftigungszeit: 6 Wochen zum Quartalsende
von mindestens fünf Jahren Beschäftigungszeit: 3 Monate zum Quartalsende
Mein Arbeitsvertrag ist auf fünf Jahre befristet. Seit fast 2 1/2 Jahren stecke ich in diesem Vertrag. Mit 48 Jahren einen anderen Job zu finden, ist schon fast unmöglich. Falls das blinde-Huhn-findet-auch-mal-ein-Korn-Prinzip unerwartet greifen sollte, wird kein Arbeitgeber mindestens 6 Monate auf mich warten. Einen Auflösungsvertrag würde ich mit absoluter Sicherheit nicht durchsetzen können.
Ich fühle mich wie ein Tiger im Käfig. Einen Ausgang aus der beruflichen Misere sehe ich überhaupt nicht mehr, die Situation akzeptieren kann ich nicht. Manchmal hasse ich mein Leben.